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Die südafrikanische Küche

Die südafrikanische Küche wurde im Wesentlichen durch historische Ereignisse geprägt. Auch in den unterschiedlichen Provinzen variieren die Schwerpunkte beim Kulinarischen.
Tellergericht mit Straußenfleisch
So dominieren z.B. im KwaZulu-Natal indische Einflüsse. Diese haben ihren Ursprung im 19. Jahrhundert, damals wurden zahlreiche Inder als Arbeiter auf die Zuckerplantagen umgesiedelt. Auch heute ist ein großer Teil der Bevölkerung indischer Herkunft, auch der Hinduismus ist in dieser Region weit verbreitet.

Am Westkap des Landes prägen malaiische Einflüsse die Küche enorm, auch wenn der heutige Anteil asiatischer Migranten lediglich 2,0% beträgt. In der Provinz Gauteng im Nordosten Südafrikas inkl. der Weltmetropole Johannesburg sind die kulinarischen Eigenheiten teilweise auf die Besiedlung der Buren (afrikaans: Boere, wörtlich: Bauern) vom 18. bis zum 20. Jahrhundert zurückzuführen. Diese ethnische Gruppe, die ihren Ursprung in Westeuropa, vor allem in den Niederlanden, hat, verbreitete sich in Teilen Südafrikas und Namibias, wo sie über einen langen Zeitraum afrikanische Arbeiter ausbeutete und versklavte. Weitere bedeutsame Einflüsse sind die der indonesischen, aber auch der schwarzafrikanischen und der Khoisan-Kultur, womit man einen Teil der südwestlichen Bevölkerung Afrikas bezeichnet. Ab Beginn des 19. Jahrhunderts wurde vor allem der englische Einfluss auf die südafrikanische Küche dominant.

Hauptbestandteil der südafrikanischen Küche ist Fleisch, vor allem Lamm, aber auch Rind und Schwein. Außerdem sehr beliebt sind das Fleisch vom Springbock, sowie das der Oryxantilope, des Kudu, der Elenantilope und des Warzenschweins. Obwohl es viele artenreiche Fischergebiete entlang des Atlantiks an der Westküste hat, spielt Fisch kulinarisch eine untergeordnete Rolle. Vor allem dank des Tourismus und religiösen Geboten einheimischer Völker wird jedoch in einigen Gebieten regelmäßig Fisch gegessen. Dagegen ist Gemüse oft ein wichtiger Bestandteil zahlreicher typisch südafrikanischer Gerichte. Sehr populär sind die Kürbisarten „Gem Squash“ und „Butternut“. Außerdem werden Zwiebeln, Karotten, Bohnen und Mais regelmäßig zu den Mahlzeiten verwendet. Ebenfalls zu erwähnen ist die typisch afrikanische Waterblommetjie, auch "Afrikanische Wasserähre" genannt. Sehr beliebte Beilagen in Deutschland, wie Salat oder Kartoffeln, spielen in der südafrikanischen Küche keine so große Rolle.

Südafrikanisches Essen wird allgemein gerne stark gewürzt, daher sind viele Gerichte sehr scharf. Beliebte Gewürze sind Koriander, Kardamom, Nelken, Zimt, Ingwer und Chili.

Süßspeisen sind in den meisten Gebieten weniger typisch, dagegen werden eher deftige Gerichte verzehrt. Die populärsten Süßspeisen sind nicht afrikanischer Herkunft, wie z.B. die englische Süßspeise Trifle. Typisch afrikanisch sind hingegen beispielsweise die an Hefezopf erinnernden Koeksisters.

Die südafrikanische Wirtschaft stützt sich zu einem beträchtlichen Teil auch auf den Export von Lebensmitteln, somit werden Geflügel weniger selbst verzehrt, sondern vor allem hauptsächlich nach Europa exportiert, besonders stark vertreten ist Straußen- aber auch Hühnerfleisch. Neben Geflügel wird auch ein großer Teil an Obst von Südafrika in andere Länder exportiert. [1]

Typische Gerichte

Amasi

Der Name stammt aus den indigenen Sprachen Zulu und Xhosa und bedeutet so viel wie „vergorene Milch“.
Amasi-traditonelle Nguni Spezialität
Durch Fermentation von Kuhmilch wird der Bestandteil Amasi vom Rest getrennt. Es wird meist, mit Frischmilch verdünnt, getrunken oder zu Gerichten wie Maisbrei verwendet. [2]

Biltong

Diese Spezialität ist im ganzen Land, sowie u. a. in Namibia sehr populär. Dazu wird Wildfleisch bzw. Rindfleisch verwendet, in Streifen geschnitten und mit einer Gewürzmischung bestehend aus braunem Zucker, Salpeter, Koriander, Pfeffer und Essig mariniert. Das besondere an dem Fleisch ist die sehr intensive Trocknung an der Luft, die sich bis über mehrere Wochen erstrecken kann. Seit 2010 wird Biltong auch in EU-Länder und die USA exportiert. [3]

Bobotie

Dieses Fleischgericht stammt ursprünglich aus Malaysia, erfreut sich nun aber auch in Südafrika großer Beliebtheit. Es ist durchaus mit dem traditionellen Hackbraten zu vergleichen. Er besteht meist aus Hammel, Rind oder Wildfleisch. Dieser wird oft mit Gemüse oder Früchten verfeinert, durch eine Deckschicht aus Eiermilch entsteht im Ofen eine krosse Kruste. Dazu isst man typischerweise Safranreis und Chutney.[4]

Boerewors beim Braai

Boerewors

Es bezeichnet die Bratwurst, diese wird schneckenförmig aufgerollt und ist sehr gut zum Grillen geeignet. Sie besteht aus gehacktem Rind, Schwein oder Wildfleisch und wird mit Thymian, Koriander, Muskat und Worcestersauce, einer englischen Sauce bestehend u. a. aus Essig, Zucker, Salz und Zwiebeln, gewürzt. [5]

Chakalaka

Chakalaka ist eine scharfe afrikanische Würzsauce. Die wichtigsten Zutaten sind Tomaten, Karotten, Paprika- und Chilischoten, sowie Bohnen und Weißkohl. Verfeinert wird das Gericht mit Knoblauch, Curry, Pfeffer, Ingwer und Koriander, kann jedoch je nach Rezept variieren. Dazu isst man Brot, [#Mealie-Pap_in_Namibia Mielie-Pap], das aus Mais hergestellte Samp, aber auch Fleisch vom Lamm und Schwein. Oft verwendet man Chakalaka auch mit Amasi verdünnt, zum Mildern des scharfen Geschmacks. Vor allem durch die Fußball-WM 2010 in Südafrika wurde Chakalaka auch auf anderen Kontinenten populär, beispielsweise findet man heute Pizzen, Chips, etc. mit dem typischen Aroma der afrikanischen Würzsauce. [6]

Chakalaka

Koeksisters

Koeksister ist ein frittiertes Gebäck, das meist zu Zöpfen zusammengeflochten wird. Charakteristisch ist der spezielle Sirup, mit dem das Gebäck zum Backen überzogen wird. Typischerweise isst man Koeksisters als Nachspeise, aber auch als Zwischenmahlzeit. [7]

Ugali

Es ist ein ostafrikanischer Getreidebrei. Zubereitet wird die Speise lediglich aus Maismehl, das in einem Mörser mit Salz und Wasser zerstoßen und anschließend gekocht wird. Das Endprodukt ist von der Konsistenz her weniger zähflüssig, sondern eher fest. Dieses Gericht lässt sich variantenreich mit anderen Speisen, wie Fisch, Fleisch, Eintöpfen, Gemüse oder Saucen kombinieren, nur selten wird es, lediglich mit Dickmilch verdünnt, allein gegessen. Es ist nicht unüblich, dass man Ugali nur mit den Händen isst. Ugali ähnelt im Wesentlichen der europäischen Polenta und wird oft auch Porridge genannt. [8]

Ugali mit Beilage

Vetkoek wird aus einem Hefeteig hergestellt und anschließend zu großen Bällen geformt. Die Teigtasche wird meistens mit Gemüse, aber auch mit Fleisch gefüllt und als Nachspeise oder Zwischenmahlzeit verzehrt. [9]


Getränke

Weinberg bei Stellenbosch
In Südafrika nehmen alkoholischen Getränke etwa den gleichen Stellenwert ein, wie nichtalkoholische. Das liegt zu einem großen Teil an den zahlreichen regionalen Weinbaugebieten. Besonders Weißwein wird dort hergestellt und getrunken.

Neben dem Wein wird regional auch auf großen Teeplantagen Rooibos-Tee angebaut und später getrunken. Dieser wird auch in andere Länder, vor allem in Europa, exportiert und erfreut sich dort ebenso großer Beliebtheit.

Darüber hinaus ist auch Bier ein sehr beliebtes Getränk. Die am weitesten verbreiteten Sorten sind das nach der namibischen Hauptstadt benannte „Windhoek Lager“, was auch dort gebraut wird. Durch den Einfluss der Buren wird aber auch niederländisches Bier, wie „Amstel“ getrunken. Sogar deutsches Bier, insbesondere die Dortmunder Sorte „Hansa Pilsener“ ist in Südafrika bekannt.

Einzelnachweise

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdafrikanische_K%C3%BCche
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Amasi
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Biltong
  4. http://de.wikipedia.org/wiki/Bobotie
  5. http://de.wikipedia.org/wiki/Boerewors
  6. http://de.wikipedia.org/wiki/Chakalaka
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Koeksister
  8. http://de.wikipedia.org/wiki/Ugali
  9. http://Vetkoek/wiki/Vetkoek

Weblinks

Chefkoch : Südafrikanische Rezepte

Blog für südafrikanische Küche